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20. Okt. 2008: Filmtipp: "Let´s make MONEY" - was macht die Bank mit unserem Geld?

Die Umweltfinanzt unterstützt einen der aufrüttelnsten Dokumentarfilme zum Thema Geld.
"Let´s make MONEY" kommt am 30. Oktober in die deutschen Kinos.

Seit ihrer Gründung 1997 hat die Umweltfinanz ihren Kunden Wege aufgezeigt, in sinnvolle und zukunftsträchtige Kapitalanlagen mit ethisch-ökologischen Kriterien zu investieren. Dabei lag und liegt der Fokus immer auch auf der Transparenz der jeweiligen Geldanlage: Jeder Anleger sollte wissen, wohin sein Geld fließt, wo die Chancen und Risiken liegen und was das angelegte Kapital in der realen Wirtschaft bewegt.

Im Rahmen der aktuellen weltweiten Finanzkrise wird aber deutlich, daß dieses Prinzip vom Großteil aller Banken, Fonds und auch seitens der Anleger vernachlässigt wird. Ahnungslose Privatanleger finanzieren über ihre Bank Geschäfte, die sie wissentlich nicht unterstützen würden, und tragen Risiken, die sie nie in Kauf nehmen würden, wenn sie darüber aufgeklärt worden wären. Diejenigen, die für das Geld verantwortlich sind, verfolgen kurzfristige und höchstmögliche Zielrenditen und lehnen die Verantwortung der sozialen und ökologischen Folgen ihres Handelns ab.

Zum Verständnis der globalen Folgen des Finanzwesens möchten wir auf einen aktuellen Kinofilm hinweisen: Der Regisseur Erwin Wagenhofer folgte über zwei Jahre lang der Spur des Geldes im weltweiten Finanzsystem. Mit "Let's make MONEY" hat er einen neuen, aufrüttelnden Dokumentarfilm gedreht.

Wagenhofer blickt hinter die Kulissen der bunten Prospektwelt von Banken und Versicherern. Was hat private Altersvorsorge mit der Immobilienblase zu tun? Der Regisseur trifft jene, die das Geld der Anleger gewinnbringend arbeiten lassen. "Kaum ist Guthaben auf den Konten, kontaktiert uns die Bank und redet uns irgendein Finanzdienstleistungsprodukt ein", sagt der Dokumentarfilmer. "Die Bank macht das nur aus einem einzigen Grund: weil sie daran verdient - bei uns und bei der Institution, bei der es weitergegeben wird."

Der Film verdeutlicht: Sobald Privatleute ein konventionelles Girokonto eröffnen, klinken sie sich in die weltweiten Finanzmärkte ein - ob sie wollen oder nicht. Die Bank speist ihr Guthaben in den globalen Geldkreislauf ein. Möglicherweise verleihen Banken, Versicherer oder Pensionsfonds das Geld ihrer Kunden auch an einen Spekulanten. Die meisten Kunden wissen es nicht. Wo die Schuldner leben und was sie alles tun müssen, um die Zinsen zu bezahlen, bleibt im Verborgenen. Die meisten Menschen interessiert es auch nicht, weil sie gerne dem Lockruf der Banken folgen: "Lassen Sie ihr Geld arbeiten!" Doch Geld kann nicht arbeiten: arbeiten können nur Menschen, Tiere oder Maschinen.

"Let's make Money" fasziniert durch lange, meist unkommentierte Sequenzen, die von selbstredenden Aussagen und Bildern seiner Protagonisten leben:

"Ich glaube nicht, daß ein Investor verantwortlich ist für die Ethik, für die Verschmutzung oder das, was eine Firma verursacht, in die er investiert. Das ist nicht seine Aufgabe. Seine Aufgabe ist zu investieren."
(Mark Mobius, President of Templeton Emerging Markets - Singapur)

Der Film beschreibt die Verbindungen zwischen der Armut in vielen Entwicklungsländern und der Weltbank, stellt das Mißverhältnis zwischen dritter und erster Welt bei der Verteilung der Wertschöpfung aus Rohstoffen dar und läßt einen Ausblick darauf zu, was geschehen könnte, sollte sich an den herrschenden Zuständen nichts ändern. Fehlallokationen der Geldströme, wie z.B. die spanische Immobilienblase, oder die Billionen von Euro, die in weltweiten Steueroasen versteckt werden, sind weitere Themenbereiche, die sicherlich viele Zuschauer nachdenklich machen werden.

Die Umweltfinanz empfiehlt den Film (Freigabe ab 6 Jahren), der nachdrücklich deutlich macht, daß mit Geldanlage auch Verantwortung einher geht.

Starttermin: 30. Oktober 2008

weitere Informationen:
www.lets-make-money.info

Regie: Erwin Wagenhofer
Produktion: Allegro Film
Dokumentarfilm Österreich 2008

Graphiken: (c) Allegro Film
Quellen: Delphi Filmverleih, Umweltfinanz.de, www.letsmakemoney.info

Weiterführende Informationen: